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JUGEND

ELTERN KIND BERATUNG

Mutter
Vater
Die Erlebenswelt und wahrgenommene Lernumgebung ist bei Kindern im Autismusspektrum eine sehr vielfältige und scheinbar unregulierte. Es geht darum, das „Double Empathy Problem“ – das gegenseitige Unverständnis aufgrund unterschiedlicher neurobiologischer Dispositionen – aufzulösen und durch eine geteilte interozeptive***(Signalwahrnehmung des Körperinneren) Basis zu ersetzen.
 

Resonanz auf die Wahrnehmungskluft

Es ist zutiefst verständlich, dass Sie sich als Eltern oft wie auf der „anderen Seite einer Glaswand“ fühlen. Sie senden Signale der Liebe und Sicherheit, doch beim Kind scheinen diese verzerrt oder gar bedrohlich anzukommen. Diese Diskrepanz erzeugt eine schmerzhafte Verunsicherung und oft das Gefühl, das eigene Kind nicht wirklich „erfühlen“ zu können. 

Der sensorische Dedektiv

Versuchen Sie über eine geraume Zeit ihren Alltag durch einen Filter zu sehen. Tragen Sie zum Beispiel einen Kopfhörer(mit etwas zu lauter Musik) oder eine leicht getönte Brille während sie schwierige Aufgabe erledigen, spüren Sie die Anspannung die entsteht, wenn das Filtern der Umwelt so viel Energie braucht, das keine andere Ressource mehr zulässt.

Beobachten Sie die körperliche Reaktion Ihres eigenen Systems. Wo spüren Sie die Enge, wenn Ihr Kind in die Verzweiflung, eventuell in den Meltdown geht? Diese Resonanz ist Ihr interozeptives Band zum Kind. Nutzen Sie Ihr eigenes ventrales* System als „Anker“.

Die wichtigste Kalibrierung ist Ihre eigene Präsenz. Ein Kind im Alarmmodus kann keine kognitiven Erklärungen aufnehmen. Es braucht ein „reguliertes Gegenüber“. Durch bewusstes, tiefes Ausatmen und eine weiche Stimmlage senden Sie ein biologisches Sicherheitssignal, das die Neurozeption** des Kindes direkt erreicht.

Der Mütterliche Pol (Resonanz & Schutz):

Oft neigt dieser Pol dazu, die Last des Kindes interozeptiv*** mitzutragen, was zur „Opferbereitschaft“ führen kann. Eine chronisch gestresste Mutter (oft schon pränatal durch partnerschaftliche Dysfunktionalität geprägt) überträgt ihre Neurozeption der Gefahr auf das Kind. Ihre wichtigste Aufgabe ist nicht  "Leiden" für das Kind, sondern ihre eigene Regulation. Nur ein reguliertes mütterliches System bietet dem Kind die notwendige Co-Regulation(Sicherheit) für dessen Entwicklung.

Der Väterliche Pol (Struktur & Wirksamkeit):

Dieser Pol strebt oft nach Leistung und „Normalisierung“. Wenn Erfolge ausbleiben, droht Resignation.  Ohne die Herstellung von Sicherheit ist keine kognitive Leistung oder strukturelle Entwicklung möglich. Als Vater motivieren sie, indem sie sich als „Architekt der Kohärenz(Stimmigkeit/Sinnhaftigkeit)“ verstehen, der durch präzise Umweltanpassungen die Selbstwirksamkeit des Kindes erst ermöglicht. Arbeiten Sie mit dem Kind an der "kleinsten Stellschraube". Vielleicht ist es nicht der ganze Vormittag, sondern nur eine Stunde in einem reizarmen Nebenraum. Nutzen Sie die Biologie als strategisches Werkzeug, 

 

 

 

 

 

 

*Das ventrale System (oft ventraler Strom oder „Was-Pfad“) ist

ein neuroanatomischer Pfad im Gehirn, der primär der Objekterkennung, visuellen Wahrnehmung und semantischen Analyse dient. Es verarbeitet Informationen über Farbe, Form und Identität von Objekten sowie Gesichtern. 

**Neurozeption ist ein vonStephen Porges geprägter Begriff der Polyvagal-Theorie, der die unbewusste Fähigkeit des autonomen Nervensystems beschreibt, Situationen, Umgebungen und Menschen reflexartig auf Sicherheit, Gefahr oder Lebensgefahr zu prüfen. Sie geschieht ohne bewusste Wahrnehmung und steuert autonom physiologische Reaktionen wie Kampf, Flucht oder Erstarrung

***Interozeptiv (oder Interozeption) bezeichnet die Fähigkeit des Nervensystems, Signale aus dem Körperinneren wahrzunehmen, zu verarbeiten und zu integrieren. Dies umfasst lebenswichtige Empfindungen wie Herzschlag, Atmung, Hunger, Sättigung, Durst, Temperatur und Schmerz. Es ist entscheidend für Selbstregulation, Homöostase und emotionales Empfinden

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