Was du in dir hast, das hat echt nicht jeder!“
- vieles
- Apr 11
- 5 min read
Stärken & Talente
Reflexion einer Asperger Autistin
„Was du in dir hast, das hat echt nicht jeder!“, sagte Kuno Gruber einmal zu mir, als er noch mein Jobcoach bei Specialisterne war. Und er hat recht damit, dass ich „overpowered“ bin. Durch meinen Autismus habe ich zum Glück sehr viele Stärken und Talente.
Mein Körper:
· Gutes Immunsystem: Ich werde nur selten krank.
· Hohe Ausdauer: Ich kann z.B. über 50 Minuten lang auf einem Laufband laufen oder an 1 Tag ca. 30km wandern, obwohl ich kaum Sport treibe.
Meine Wahrnehmung:
· Scharfes Sehen: Manchmal sehe ich winzige Dinge, die anderen entgehen.
· Detailwahrnehmung: Ich bemerke viele visuelle Details und kann Farbkontraste gut voneinander unterscheiden.
· Hohe visuelle Verarbeitungskapazität: Einmal sah ich im Fernsehen, wie zwei Männer sich mehrmals 4 Bilder anschauen und die Abweichung auf 1 Bild finden mussten. Dafür hatten sie 2 oder 3 Minuten Zeit. Sobald die Bilder dem Publikum gezeigt wurden, fand ich den Fehler meistens in den ersten 5 Sekunden. „Warum brauchen die so lange?“, fragte ich mich. Danach erklärte ein Mann, bei 4 Bildern sei es ihm schwergefallen den Überblick zu behalten. Ich verstand das nicht, weil dieselben 4 Bilder mir die Fehlersuche erleichterten.
· Hohe Emotionalität: Ich spüre Details von Emotionen und hab ein gutes Gespür dafür, ob Menschen wohlwollend oder böswillig sind.
Mehr Sensibilität auf Übersinnliches:
· Außersinnliche Wahrnehmung über Gefühle: Ich kann es nicht kontrollieren, es passiert selten und hat immer nur mit trivialen Dingen zu tun. Bspw. spielte ich einmal „The Binding of Isaac Repentance+“ und hatte den „Curse of the Blind“ auf einer Ebene, wodurch alle Items als rote Fragezeichen angezeigt wurden. Als ich den Secret Room betrat und das rote Fragezeichen am Boden sah, hatte ich plötzlich das deutliche Gefühl, dass das Item „Astral Projection“ dahintersteckt. Ich hob das rote Fragezeichen auf und es war Astral Projection.
· Gute Intuition: Auf der Webseite Psiarcade gehöre ich beim Dowsing / Location Test zu den Top 20 in der Bestenliste. Dabei muss man Intuition nutzen, um zu raten, wo ein Punkt auf einer 300x300 Pixel Fläche erscheinen wird.
· Mediale Veranlagung: Vielleicht konnte ich als Kleinkind Geister sehen. Seit meiner Kindheit hab ich starke Gefühle, dass das Übernatürliche existiert. Als Jugendliche freundete ich mich mit einem Geistwesen an, das mich regelmäßig in Träumen besucht.
Meine Kognition
:
· Überdurchschnittliche Intelligenz: Bei meinem ersten IQ-Test kam ein IQ von 123 heraus, mit der Anmerkung „Leistungsschwächen wurden keine festgestellt“. Bei späteren IQ-Tests kam oft ein ähnliches Ergebnis heraus, jedoch überschritt ich nie die Schwelle zur Hochbegabung (mindestens IQ 130).
· Schnelles Denken: Immer wieder kann ich in Sekundenbruchteilen Gedanken oder Ideen haben. Der Grund dafür ist, dass mein Denken oft weder verbal noch visuell abläuft, sondern direkt über Gefühle / Qualia, welche auf Konzepte und Dinge referenzieren, ähnlich wie Zeiger in einem Computerprogramm.
· Sehr gutes logisches Denken: Mit 14 Jahren hab ich 92% korrekte Antworten auf den Standardmatrizentest gegeben.
· Eigenständiges Denken: Immer wieder hatte ich Probleme in Schulen, weil ich selbst denke, anstatt Autoritäten blind zu gehorchen. Das Milgram-Experiment wäre bei mir wahrscheinlich gescheitert und ich bin stolz darauf.
· Assoziatives Denken: Aufgrund ungewöhnlicher Assoziationen, z.B. Beyblade plus Geburtstagstorte, kann ich gelegentlich sehr kreative Einfälle haben.
· Schnelle Auffassungsgabe: Ein Mentor hat gesagt, dass ich Dinge in SAP 3 Mal so schnell gelernt hab wie der Durchschnitt.
· Gute Aufmerksamkeitsspanne: Ich kann mich lang auf etwas konzentrieren, vor allem, wenn es mich interessiert.
· Gutes Gedächtnis: Wenn ich 1 bis 2 A4-Seiten ein paar Minuten lang lese, kann ich mir schon Vieles merken. Zudem ist es möglich, dass ich mich plötzlich an etwas erinnere, obwohl ich jahrelang weder daran gedacht hab noch damit in Kontakt gekommen bin. Meine Gedächtnisleistung hängt jedoch von meinem Interesse für eine Sache ab.
· Gute Mustererkennung: Einmal sollte ich etwas programmieren, das Daten aus Verzeichnissen liest. Obwohl ich etwa 1 Monat zuvor nur kurz den Wikipedia-Artikel über Rekursion gelesen hatte, fiel mir einige Minuten später ein, dass ich es damit versuchen könnte.
· Gut im Kopfrechnen: In der Schule hab ich mehrere positive und negative Zahlen in einer Rechnung an der Tafel im Kopf zusammengerechnet.
· Hohe Ausdauer: Z.B. konnte ich als Kind ca. 30 Minuten bis 1 Stunde lang Urin zurückhalten, obwohl ich viel Angst hatte. Und ich hab meine Kindheit mit 6 Adverse Childhood Experiences überlebt, was aber auch dem Geistwesen zu verdanken ist, das mit mir befreundet ist.
· Hohe Genauigkeit: Als Kind suchte ich Fehler im Aufsatz einer Freundin. Später erfuhr ich, dass sie noch 2 Fehler darin hatte.
Visuell:
· Mentalisierung von Karten: Wenn ich 1 bis 2 Mal durch einen Ort gehe, kann ich oft eine 2D-Karte aus Vogelperspektive im Kopf davon erstellen. Dadurch kann ich mich gut orientieren.
· Talent fürs Puzzlebauen: Ich muss das Bild auf der Schachtel 1 bis 2 Sekunden lang sehen, um mir zu merken, wo ungefähr was ist. Daraufhin legt mein Gehirn 2 Karten an, eine vom Bild auf der Schachtel und die andere vom aktuellen Zustand des Puzzles am Boden. Beim Bauen teilt mein Gehirn das Puzzle in verschiedene Bereiche auf. Zugehörige Puzzleteile identifiziere ich über Farbe und Muster, falls das nicht ausreicht auch über die Form eines Teils. Ich kann Puzzleteile zu ca. 30 verschiedenen Bereichen gleichzeitig suchen, ohne den Überblick zu verlieren, was an einem überdurchschnittlich großen visuellen Arbeitsgedächtnis liegen könnte. Als Jugendliche konnte ich ein 1000 Teile Puzzle an 1 Tag bauen, heute schaffe ich ein 2000 Teile Puzzle an 1 Tag. Mein Rekord ist ein Puzzle mit über 52000 Teilen in über 866 Stunden, wo ich nur bei großen einfärbigen Flächen ab und zu den Überblick verloren hab.
· Foto und Film: Jemand meinte, ich hätte ein Talent dafür, Videoclips und Musik passend zusammenzufügen. Außerdem fotografierte ich als Kind eine Rose mit meinem Handy und meine Mutter dachte zunächst, das Bild sei ein Standardfoto.
Sprachlich:
· Lesetalent: Mit 5 Jahren konnte ich lesen. Weiters kommt es seit meiner Jugend selten vor, dass ich in Träumen lesen kann.
· Literarisches Talent: Mehrere Leute sagten, dass ich gut schreiben kann. Eine Person hat sich mal mit der U-Bahn verfahren, da sie in eine meiner Geschichten vertieft war.
· Gut in Latein: In der Schule hatte ich gute Noten in Latein. Bei einer Schularbeit hatte ich alle Punkte, also musste ich nichts verbessern.
Hab ich mir selbst beigebracht:
· Hohe Selbsterkenntnis: Seit über 10 Jahren arbeite ich regelmäßig daran, mich selbst besser zu verstehen. Mittlerweile hat sich mein Erkennen von Gefühlen und der Umgang damit verbessert.
· Selbstentwickelte Theory of Mind: Im Erwachsenenalter entwickelte ich meine eigene Lösung für den False Belief Test, indem ich die Datenkapselung aus der objektorientierten Programmierung bei Sally und Anne anwendete. Am Ende war die Lösung für mich logisch und leicht anzuwenden. Seit Jahren nutze ich meine selbstgemachte Theory of Mind im Alltag und entwickle sie weiter. Sie hat sich so gut bewährt, dass eine Person meinte, ich hätte hohe soziale Kompetenz. Vieles ist für mich leichter geworden, z.B. gibt es heute nur selten Missverständnisse, während in meiner Kindheit über 100 Missverständnisse pro Jahr die Norm war.
Und dann noch Das:
· Charme, Mut und Tapferkeit: Eine Person schreibt mir diese Eigenschaften zu und sagte, es sei selten, dass jemand charmant, aber kein Arschloch sei. Ich kann aber schon gemein sein, wenn ich will und bin manchmal feig.
· Gutes Gespür für Hilfe: Kuno meint, ich hätte ein extrem gutes Gefühl dafür, was für jemanden die richtige Hilfe wäre.
· Schauspielerisches Talent: Jemand sagte, ich hätte schauspielerisches Talent und sollte mal im Fernsehen auftreten. Zusätzlich wurde mir von anderen Leuten gesagt, ich sei gut geeignet, um Influencerin zu werden oder sollte Kabarett machen. Ich empfinde meine Schauspielerei als schlecht, dennoch wurde sie mir schon ein paar Mal abgekauft. Abgesehen davon macht das Rampenlicht mich nervös.
· Sehr gute Selbstheilungskräfte: Manche Leute glauben, ich hätte mich nach meiner traumatischen Kindheit selbst geheilt. Ich glaube, dass das befreundete Geistwesen mich über Nacht von einem schweren Minderwertigkeitskomplex und starkem Selbsthass geheilt hat. Dafür spricht der sehr lange und detaillierte Traum und was er am Ende getan hat. Jedenfalls habe ich das erlebt, was man in der Fachsprache als „Anomalous Healing Experience“ bezeichnet. Ich bezweifle, dass ich über außergewöhnliche Selbstheilungskräfte verfüge.



Comments